Gedanken

A Feast for Crows und Heraldik

Heute mal etwas, was so ziemlich gar nichts mit Computern zu tun hat. Ich bin ein begeisterter Leser von George R. R. Martins Bücherreihe A Song of Ice and Fire (Das Lied von Eis und Feuer, ich lese allerdings auf Englisch). Ich hatte die ersten drei Bücher schon vor einigen Jahren gelesen und bin gerade fertig, diese noch mal zu lesen sowie den vierten Band A Feast for Crows (der damals noch nicht erschienen war). Nun warte ich auf A Dance with Dragons, es kann sich ja nur noch um Jahre handeln.

In den vergangenen monaten habe ich auf Wikimedia Commons auch eine Vielzahl Vektorisierungen von Flaggen gemacht und kam auf diesem Wege zur Vexillogie und Heraldik und habe mir darüber ein wenig angelesen. Nicht viel, aber ausreichend um Wappenbeschreibungen zu verstehen und eventuell auch selbst eine korrekte Beschreibung von Wappen zu geben.

Wie auch immer, ich stellte mit A Feast for Crows eine leichte Veränderung in GRRMs Serie fest. Seine Beschreibungen von Wappen der diversen Häuser von Westeros waren immer recht einfach gehalten (bis hin zu A Storm of Swords), ihre Beschreibungen waren selten mehr als “gemeine Figur auf einem farbigen Feld” und üblicherweise auch ohne heraldische Begriffe für Tingierungen oder gemeine Figuren zu nutzen. Das hat sich mit A Feast for Crows ein wenig geändert. Es tauchten komplexere Wappen auf (komplexere Tingierungen, Beizeichen, etc.) sowie die Verwendung einiger heraldischer Begriffe wie barry, gyronny, countercharged, etc. Ich hätte mir die Beispiele im Buch vielleicht herausschreiben sollen, gerade kann ich keine konkreten Beispiele geben. Ich denke aber, GRRM hätte mit dem bisherigen Stil weitermachen sollen. Nicht, daß es mich im Besonderen stört, aber viele Leute verstehen nicht genug von Heraldik um aus den Beschreibungen etwas sinnvolles zu machen und da wären die einfacheren Beschreibungen vielleicht angebrachter.

Vielleicht bin ich auch der Einzige, dem das aufgefallen ist (zumindest wurde mir von anderen mitgeteilt, daß sie es nicht bemerkt hätten), aber für mich ist es ein stilistischer Bruch, der nicht notwendig war.

Wenn die Lösung nicht auf das Problem paßt ...

... ändern wir eben das Problem.

Ich erinnere mich noch vage an Zeiten, in denen Spiele und andere Anwendungen meist mit Installationsanweisungen daherkamen (scheint inzwischen nicht mehr so verbreitet zu sein, vielleicht nimmt man an, daß der normale Anwender in der Lage ist, ein Programm zu installieren). Etwas, was ich dort häufiger las, war etwas in der Art wie „Legen Sie die CD in das CD-ROM-Laufwerk. Das Setup-Programm sollte automatisch starten. Wenn es nicht automatisch startet, folgen Sie bitte folgenden Anweisungen, um AutoPlay zu aktivieren und versuchen Sie es erneut: ...”

Im Grunde ist dies eine Un-Lösung. Sie löst ein Problem, das der Kunde nicht mal hat. Normalerweise denkt man nicht ‚Wie könnte ich AutoPlay wieder anschalten, was ich gerade vor ein paar Wochen abgeschaltet habe, damit das Einlegen von CDs weniger nervig ist?’ sondern stattdessen möchte man das Programm installieren, dessen CD man gerade eingelegt hat und wo es eben nicht automatisch startete (was ja durchaus gewollt sein kann).

Etwas Ähnliches entdeckte ich kürzlich auf einer Webseite, die ein Bild in einem Popup anzeigen wollte. Ich habe nun meinen Popup-Blocker relativ aggressiv eingestellt, so daß er nahezu alles blockt, was ein neues Fenster öffnen will. Üblicherweise komme ich dann an den Inhalt hinter dem Popup immer noch heran, indem ich den Link einfach in einem neuen Tab öffne. Diesmal fand ich mich jedoch auf einer Seite wieder, die mir detailliert erklärte, wie ich JavaScript an- oder meinen Popup-Blocker ausschalte.

Sehr schön. Sie lösen ein Problem, welches ich nicht mal habe. Ich wollte doch nur das Bild sehen.

Seit Popup-Blocker aufkamen und inzwischen ihren Weg in nahezu alle Browser gefunden haben, bezweifle ich ein wenig, daß Popups noch eine brauchbare und sinnvolle Methode sind, dem Benutzer Inhalte zu präsentieren.

Über oder und seine verschiedenen Formen

Ausgehend von “Or” considered harmful. stellten wir fest, daß die Unterscheidung von andor, xor und ewok sicherlich eine nette Sache ist, nur die Benennung ist noch etwas seltsam. Andor ist sicher zu lang, um es vernünftig in Text oder Sprache einzubauen, es fühlt sich da etwas seltsam an und ewok erinnert einen eher an kleine pelzige Wesen als an eine Variante von oder.

Auf der Suche nach sinnvollen Namen, nahmen wir einfach an, daß oder sicher ausreichend ist für andor, was uns die Mathematik bzw. Logik ja auch schon lehrt. Und ja, damit weicht es immer noch von dem ab, wie Menschen oder normalerweise benutzen, aber das stört ja nicht :). Xor ist kurz genug und leicht auszusprechen, daß man es im normalen Sprachgebrauch verwenden kann und die Bedeutung ist für Geeks im Allgemeinen recht klar. Bleibt nur noch ewok. sh schlug eor vor, was man als ewok-oder lesen könnte. Es klingt nicht ganz so blöd, ist kurz genug und damit denke ich benutzbar.

Das einzige Problem ist nun nur noch, meine Gewohnheiten beim Schreiben oder Reden umzustellen, um diese Wörter auch tatsächlich so zu benutzen.

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